Eine der erfolgreichsten Sitcoms der letzten 20 Jahre bekommt einen weiteren Ableger: In „Stuart Fails to Save th Universe“ steht Comicbuch-Verkäufer Stuart Bloom, eben bekannt aus „The Big Bang Theory“, im Zentrum der neuen Serie, die seit 23.7.2026 bei HBO Max zu sehen ist, mit einer neuen Episode pro Woche. Der neurotische Nerd soll darin nichts weniger als die Welt retten.
Serien-Kritik von Christian Klosz
Zum „The Big Bang Theory“ (TBBT)-Universum gehörten bisher drei Serien, alle entwickelt unter Federführung von Sitcom-Guru Chuck Lorre („Two and a Half Man“): Die Originalserie lief von 2007 bis 2019 in zwölf Staffeln. Die Sitcom um nerdige Physiker-Freunde und ihre Probleme, in der „normalen“ Welt zu funktionieren, entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten Comedyserien des 21. Jahrhunderts.
Das Prequel „Young Sheldon“ startete 2017. Die Serie erzählt die Kindheit von Sheldon Cooper in Texas und wurde ebenfalls ein großer Erfolg. Seit Ende 2024 läuft das Sequel-Spin-off „Georgie & Mandy’s First Marriage“. Im Mittelpunkt stehen Sheldons Bruder Georgie und seine Frau Mandy. Die Serie knüpft direkt an Young Sheldon an.
„Stuart Fails to…“: Comicbuchhändler soll die Welt retten
In „Stuart fails to save the universe“ steht nun erstmals ein Charakter im Mittelpunkt, der in der Originalserie lediglich eine Nebenfigur war. Stuart Bloom (Kevin Sussman) ist der sozial unbeholfene Comic-Verkäufer, bei dem Sheldon, Leonard, Raj und Co. ihre Sammlerstücke erwerben und mit dem sie hitzige Comic-Fachdiskussionen führen. In seinem Auftritt als Protagonist darf und soll dieser absolute Anti-Held nun gleich das Universum retten.
Die Serie startet in bekanntem Setting, Stuarts Comic-Laden, wo gerade der ebenfalls aus „TBBT“ bekannte Geologe Bert Kibbler (Brian Posehn) mit Stuart um den Preis für ein Comic-Heftchen feilscht. Allerdings sieht es dort und vor allem in der Welt draußen ganz anders aus: Sie ist verwüstet, ein „dunkles Zeitalter“ ist hereingebrochen.
Unversehens tritt plötzlich ein zweiter Stuart aus einem Wurmloch: Er sei aus einer alternativen Realität angereist, um seinen Doppelgänger zu informieren, dass es ihm obliege, die Welt zu retten. Seine alten Freunde Sheldon und Leonard hätten in seiner Realität ein Gerät entwickelt, das das Universum aus dem Gleichgewicht brachte. Er, Stuart 2, solle nun gemeinsam mit Bert zur verwüsteten Uni Caltech reisen, wo inzwischen der auch aus der Originalserie bekannte Barry Kripke (John Ross Bowie) als „Warlord“ herrscht, und das „Device“ deaktivieren.
Gesagt, getan machen sich die beiden auf den Weg. Im Caltech werden sie nicht nur von Kripke gefangen genommen, sondern treffen auch auf Raj (Kunal Nayyar) und Denise (Lauren Lapkus), die in der anderen Realität Stuarts Freundin war. Mit vereinten Kräften versuchen sie, das Gerät zu finden und dessen Wirkung zu deaktivieren.
Die Heldenreise des Antihelden
Das neue „TBBT“-Spin-Off ist keine klassische Sitcom, sondern eine Mischung aus SciFi und Comedy. Bei der Inszenierung wurde auf den moderneren Single-Camera-Look umgestellt. Die Grundidee der Handlung – Stuart und Co. reisen in jeder Episode in ein neues Paralleluniversum – bietet mehrere Möglichkeiten: Erstens kann jedes Mal eine eigene, kleine Welt kreiert werden, in der die Protagonisten für rund 25 Minuten umherstolpern. Das ist durchaus unterhaltsam.
Zum anderen können Stars aus der Originalserie wirkungsvoll in Cameos platziert werden – jeweils als „Doppelgänger“-Version ihrer selbst. In den ersten Folgen haben so neben der Figur Raj auch Penny (Kaley Cuoco), Bernadette (Melissa Rauch) und Amy (Mayam Bialik) Gastauftritte. Der typische Chuck Lorre-Humor bleibt natürlich weiterhin erhalten, was einen tonalen Anknüpfungspunkt für Fans der Originalserie bietet.

Fazit
Den Machern um Chuck Lorre gelang es in „Stuart Fails to Save the Universe“, neue Bausteine – Science Fiction, Action – in das „TBBT“-Universum einzuführen und diese mit dem altbekannten Charme und Humor zu verknüpfen. Die Helden dieser Geschichte sind aber keine muskelbepackten Kerle oder gewieften Strategen, sondern eben Nerds, die Action und Abenteuer höchstens aus „Dungeons & Dragons“ kennen. Das Ergebnis ist äußerst kurzweilig, nicht nur Fans der Originalserie sollten sich dabei gut unterhalten fühlen. Und man darf munter weiter rätseln, welche bekannten Figuren noch in Cameos zu sehen sein werden.
Bewertung
(73/100)
Stuart Fails to Save the Universe – Wichtigste Daten zur Serie:
Serientitel: Stuart Fails to Save the Universe
Genre: Comedy, Sitcom, Science-Fiction
Schöpfer: Chuck Lorre, Bill Prady
Produktion: Warner Bros. Television
Universum: The Big Bang Theory
Streamingstart: 23.7.2026 bei HBO Max – je 1 Episode pro Woche
Besetzung: Kevin Sussman, Brian Posehn, Lauren Lapkus u. a.
Bilder: (c) HBO Max / Warner Television
