Jason Statham kehrt mit „Mutiny“ ins Kino zurück. Im neuen Thriller von Jean-François Richet („Plane“) wird Statham als Ex-Soldat Cole Reed für den Mord an seinem milliardenschweren Boss verantwortlich gemacht und gerät auf der Suche nach den wahren Drahtziehern an Bord eines Frachters in eine internationale Verschwörung. Doch ist „Mutiny“ mehr als routinierte Statham-Action nach Schema F? Ab 27. August 2026 im Kino.

Kritik von Christian Klosz

Jason Statham steht für Verlässlichkeit: Nicht nur in seinen Rollen, sondern auch als Schauspieler. Etwa jährlich erscheint ein neuer Action-Streifen, in dem der Brite jedes Mal die mehr oder weniger gleichen Figuren spielt: Wortkarge Einzelgänger, die durch Zufall oder Absicht in brutale und blutige Auseinandersetzungen geraten. Nicht selten geht es darum, andere zu beschützen (siehe „Shelter“), geliebte Personen zu rächen oder Verschwörungen aufzudecken („Beekeeper“). Die Beschreibung „harte Schaler, weicher Kern“ trifft auf viele dieser Figuren zu.

„Mutiny“: Statham-Actionfilm nach Schema F

Manche mögen das langweilig finden, andere wiederum freuen sich über genau diese Verlässlichkeit und Vorhersehbarkeit: Wer Statham „kauft“, weiß, was er oder sie bekommt, Überraschungen – im positiven wie im negativen – gibt es selten. Natürlich gibt es dann doch Werke, die auf der Skala nach oben oder unten ausscheren: „Beekeeper“ rangiert definitiv am oberen Ende, während „Working Man“ bestenfalls unterer Durchschnitt ist.

Mit „Mutiny“ steht nun der nächste Statham-Actioner ins Haus, für den sich der Star mit dem Franzosen Jean-François Richet zusammentat. Dieser sorgte 2023 mit „Plane“ für einen der besten Actionfilme der letzten Jahre, der sogar Deutschlands Arthouse-Ikone Christian Petzold nachhaltig beeindruckte und den dieser als einen der Top-Filme des Jahres bezeichnete. Man konnte also hoffen, dass „Mutiny“ qualitativ wieder ein Ausreißer nach oben sein würde.

Statham spielt Statham

Die Handlung ist rasch abgehandelt: Statham spielt Cole Reed, dessen Name bereits so klingt, wie sein Träger ist. Der Mann war früher hochdekorierter Polizist und Soldat, bevor sein geliebter Vater bei einem Einsatz ums Leben kam, als er ihn retten wollte. Danach heuerte Reed beim Schifffahrt-Unternehmer Taran (Jason Wong) als Bodyguard an. Der wird in Bangkok Ziel eines Attentats, Reed schwört Rache.

Zu diesem Zweck begibt er sich auf eines von Tarans Frachtschiffen, um die Hintermänner ausfindig zu machen. Dort entdeckt er zufällig eine Gruppe Menschen, die in einen Container gepfercht geschmuggelt werden soll. Der undurchsichtige Kapitän Madsen (Roland Moller) scheint auch irgendwie in die Sache involviert und Teil einer größeren Verschwörung zu sein.

Reed will nun also einerseits die Flüchtlinge befreien, andererseits Tarans Attentäter zur Strecke bringen. Unterstützung bekommt er dabei von Co-Kapitänin Angie Ellis (Annabelle Wallis), die kurzerhand die Seiten wechselt.

jason statham in mutiny film
Die Sache hat einen Haken

„Mutiny“ ist kein neuer „Plane“

Wer den Film „Plane“ nicht kennt ist bei „Mutiny“ seltsamerweise im Vorteil, denn er oder sie wird keine erhöhte Erwartungshaltung mitbringen und kann so nicht enttäuscht werden. Stathams neuer Film ist nämlich über weite Strecken nicht mehr als ein zwar solide inszenierter, aber durch und durch durchschnittlicher 0815-Actionfilm, wie man ihn bereits hundertmal gesehen hat. Und selbst von/mit Statham ein halbes Dutzend Mal. Regisseur Richet lässt vieles von dem vermissen, dass seinen Vorgänger ausgezeichnet hatte: Atemberaubend präzise inszenierte Action, gelungener Spannungsaufbau und auch eine wendungsreiche Handlung, die der Action dient und immer wieder überrascht. Mit Gerald Butler („Greenland“) und Mike Colter konnte er damals auch auf ein Darsteller-Duo zurückgreifen, das sich hervorragend ergänzte und besser harmonierte als Statham und Wallis hier.

Auch das Drehbuch von „Mutiny“ (Lindsey Michel, P.J. Davis) wirkt wie ein wild zusammengewürfelter Haufen an Action-Tropen, der kein großes Ganzes ergibt: Während der Film mit gerade einmal 1,5 Stunden Laufzeit überraschend kurz ist, werden ein halbes Familiendrama, eine Rachegeschichte, das Thema Menschenhandel und „Vehikel-Action“ (letztes Mal ein Flugzeug, diesmal ein Schiff) zusammengemengt. Das Ergebnis wirkt eher konstruiert und forciert denn organisch und authentisch. Und gerade aus dem in Hinblick auf Action-Potential durchaus spannendem Setting (Riesenschiff auf hoher See) wird viel zu wenig gemacht. So plätschert der Film wie ein etwas schwerfälliger Kahn dahin und macht einfach zu wenig aus seiner Prämisse. Schade.

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Fazit

„Mutiny“ ist kein neuer „Plane“, also kein sich furios entfaltendes B-Movie, das über sich hinauswächst, sondern lediglich ein 0815-Statham-Actionfilm der so durchschnittlich wie austauschbar bleibt. Für Fans des knorrigen Briten mag das genügen. Wer in gut ausgeführter Genre-Arbeit eine Kunst für sich sieht, wird enttäuscht sein.

Bewertung

Bewertung: 5 von 10.

(51/100)

„Mutiny“ – Filmdaten

Originaltitel: Mutiny
Regie: Jean-François Richet
Drehbuch: J.P. Davis, Lindsay Michel
Mit: Jason Statham, Annabelle Wallis, Roland Møller, Adrian Lester, Jason Wong, Ramon Tikaram
Genre: Action, Thriller
Produktionsländer: USA, Großbritannien
Laufzeit: 95 Minuten
Kinostart Deutschland: 27. August 2026
Verleih: LEONINE Studios
FSK: ab 18 Jahren
FilmPlusKritik-Bewertung: [51/100]

Bilder: (c) Leonine