Es beginnt mit einer Zeitung. Und mit der Idee, dass man eine Zeitung nicht unbedingt so machen muss, wie Zeitungen bisher gemacht wurden. „Ink“, der neue Film von Oscarpreisträger Danny Boyle, erzählt die Geschichte eines Medienumbruchs, der weit über die britische Presse hinausreichen sollte. Im Mittelpunkt stehen der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch (Guy Pearce) und der Journalist Larry Lamb (Jack O’Connell), die Ende der 1960er-Jahre aus dem kriselnden Boulevardblatt The Sun eine völlig neue Art von Zeitung machen wollen. „Ink“ eröffnete gestern die Filmfestspiele von Venedig, im Februar 2027 soll er in unseren Kinos erscheinen und kurz danach auch bei Netflix landen.
„Ink“ erzählt, wie Rupert Murdoch die Medienwelt veränderte
London, 1969. Rupert Murdoch hat The Sun übernommen und sucht nach einer Möglichkeit, das wirtschaftlich angeschlagene Blatt wieder relevant zu machen. Seine Antwort ist Larry Lamb, ein ehrgeiziger Journalist, der zum neuen Herausgeber wird. Gemeinsam entwickeln sie eine Zeitung, die weniger auf die Konventionen der etablierten Presse und stärker auf die Interessen und Instinkte eines Massenpublikums setzt.
Lamb soll Geschichten liefern, die Menschen tatsächlich lesen wollen: Sex, Skandale, Prominente, Verbrechen und große Emotionen. Während Lamb und Murdoch mit ihren Ideen gegen die britische Zeitungswelt und deren alte Machtstrukturen antreten, stellt sich zunehmend die Frage, wie weit Journalismus gehen darf, wenn Aufmerksamkeit zum wichtigsten Maßstab wird.
Vom Bühnenstück zum Festivalfilm
„Ink“ feierte am 2. September 2026 als Eröffnungsfilm der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig seine Weltpremiere und läuft dort im Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Regisseur Danny Boyle ist dabei nicht an einer klassischen Biografie Murdochs interessiert. Der Film basiert auf dem preisgekrönten Theaterstück „Ink“ von James Graham, der auch das Drehbuch verfasste.
Die ersten internationalen Kritiken reagieren positiv. Screen Daily lobt die „high-energy“-Inszenierung und insbesondere Jack O’Connells charismatische Darstellung von Larry Lamb, während The Times die Dynamik des Films hervorhebt, zugleich aber das vereinfachende Finale kritisiert.
Boyle versucht bewusst, den Medienmogul nicht als eindimensionalen Bösewicht darzustellen: Murdoch erscheint zunächst als Außenseiter, der eine verkrustete britische Medienlandschaft aufbrechen möchte – mit Konsequenzen, deren Ausmaß damals kaum abzusehen war. Der Film erzählt nicht nur, wie The Sun entstand, sondern fragt auch, wer letztlich dafür verantwortlich ist, dass sich Medien so entwickelt haben. (red, ck)
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Bild: (c) StudioCanal
