Netflix nimmt mit „Der Witwer: Bis dass der Tod uns scheidet“ einen der bizarrsten amerikanischen True-Crime-Fälle der vergangenen Jahrzehnte unter die Lupe. Die Dokumentation von Chris Smith erzählt die Geschichte von Thomas Randolph, dessen sechs Ehen – darunter 4 Todesfälle – und eine jahrzehntelange Ermittlung schließlich in zwei Mordprozessen mündeten.

Seit dem 30. September 2026 ist „Der Witwer: Bis dass der Tod uns scheidet“ weltweit auf Netflix zu sehen. Der 91 Minuten lange Dokumentarfilm stammt von Chris Smith, der unter anderem für „American Movie“, „Fyre“ und die Netflix-Produktionen „Bad Vegan“ und „Tiger King“ bekannt ist. Produziert wurde der Film von Library Films und NBC News Studios.

6 Ehefrauen, 4 davon tot…

Im Mittelpunkt stehen neben Thomas Randolph vor allem der Las-Vegas-Ermittler Dean O’Kelley und der „Dateline“-Journalist Dan Slepian. Slepian beschäftigte sich über viele Jahre mit Randolph und erhielt dabei einen ungewöhnlich direkten Zugang zu dem Mann, der später als „Black Widower“ bekannt wurde.

Der Film tauchte bereits kurz nach seiner Veröffentlichung in internationalen Streaming-Charts auf. FlixPatrol führte „Der Witwer“ am ersten Tag beziehungsweise in der aktuellen Veröffentlichungswoche bereits auf Platz vier der weltweiten Streaming-Titel.

Der reale Fall: Wer ist Thomas Randolph?

Thomas Randolph wurde in den USA als „Black Widower“ bekannt. Der Grund dafür ist seine außergewöhnliche Ehegeschichte: Randolph war insgesamt sechsmal verheiratet, wobei 4 seiner Ehefrauen unter Umständen starben, die später Fragen aufwarfen. Die Ermittler beschäftigten sich deshalb nicht nur mit dem späteren Mordfall, sondern begannen, Randolphs gesamte Vergangenheit zu untersuchen.

Der entscheidende Fall ereignete sich 2008 in Las Vegas. Randolphs sechste Ehefrau Sharon Causse wurde in ihrem Haus erschossen. Ebenfalls tot war der Handwerker Michael Miller. Randolph erklärte zunächst, ein Eindringling habe das Haus überfallen. Er habe sich bewaffnet und den vermeintlichen Angreifer erschossen. Doch die Ermittler zweifelten zunehmend an dieser Darstellung.

Im Zuge der Ermittlungen rückte Randolphs Vergangenheit ins Zentrum. Mehrere seiner früheren Beziehungen waren von Problemen, Scheidungen oder Todesfällen geprägt. Besonders auffällig waren dabei die Todesfälle seiner zweiten Ehefrau Becky Gault und später von Francis Randolph. Auch die beiden noch lebenden ehemalige Ehefrauen berichteten von kontrollierendem Verhalten.

Die Ermittler kamen schließlich zu dem Schluss, dass der Mord an Sharon Causse kein spontanes Verbrechen gewesen sei. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte Randolph gemeinsam mit Michael Miller einen inszenierten Einbruch geplant. Miller sollte Sharon töten; anschließend erschoss Randolph Miller, um den Mitwisser zu beseitigen. Das Oberste Gericht von Nevada fasst die vom Staat präsentierte Version entsprechend zusammen.

Zwei Prozesse und ein langer Weg ins Gefängnis

2017 wurde Randolph wegen Verschwörung zum Mord sowie zweifachen Mordes schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt. Das Urteil hielt jedoch nicht stand: Der Supreme Court von Nevada hob die Verurteilung 2020 auf und ordnete einen neuen Prozess an, weil die Jury unzulässige Beweise über Randolphs Vergangenheit gehört hatte.

Im zweiten Prozess 2023 wurde Randolph erneut schuldig gesprochen. 2024 erhielt er eine Haftstrafe von 60 Jahren. Einen weiteren Versuch, die Verurteilung anzufechten, wies der Supreme Court von Nevada 2026 zurück. Randolph sitzt damit weiterhin im Gefängnis. (fpk Redaktion)

„Der Witwer“ – Bewertung:

Bewertung: 6 von 10.

(63/100) Christian Klosz.

Bild: (c) Netflix