Der Klimawandel. Komplex, bedrohlich und umstritten. Ein brisantes Thema, ein wichtiges Thema, ein Thema, das ausreichend Stoff für mannigfache und medienübergreifende Berichterstattung bietet. Ein Weg, die sich ergebenden schwierigen Fragen einer breiten Masse zugänglich zu machen, ist der Dokumentarfilm.

von Mara Hollenstein-Tirk

Dies dachte sich auch Regisseurin Viviana Uriona, die daraufhin ein Filmprojekt auf die Beine gestellt hat, dass man wirklich nur bewundern kann. Doch zunächst galt es zu klären, wie man eine solch globale und doch jeden einzelnen betreffende Angelegenheit den Menschen zugänglich machen könnte. Immerhin liest man in regelmäßigen Abständen in den Zeitungen von diesem „Klimawandel“, einem wissenschaftlichen Begriff, dessen Bedeutung und Auswirkungen eigentlich kein normaler Bürger so wirklich erfassen kann.

So bleibt es eine abstrakte Warnung, etwas, dass man nur allzu gerne verdrängt, frei nach dem Motto: „So schlimm wird es schon nicht sein. Werden sich schon andere darum kümmern.“ Diese Haltung, am liebsten den Kopf in den Sand stecken zu wollen, rührt in unseren Breitengraden natürlich auch daher, dass wir bisher noch relativ wenige Auswirkungen dieses weltumspannenden Phänomens am eigenen Leibe spüren. Damit können wir uns allerdings glücklich schätzen, denn das ist nicht überall so. Dieser Tatsache wurde sich auch das Team hinter „One Word“ mehr als bewusst, weshalb man sich für einen partizipativen Ansatz entschied und sich zum Ziel setzte, gerade keinen trockene Aufzählung der wissenschaftlichen Fakten zu präsentieren, sondern den bereits heutzutage Betroffenen Gehör zu verschaffen. Hierzu begab man sich für viele Monate auf die Marshallinsel, einem Inselstaat im mittleren Ozeanien, zu dem auch das Bikini-Atoll gehört. Vor dieser paradiesischen Kulisse wurde die Zeit genutzt, um zahlreiche Interviews mit Wissenschaftlern, Forschern und Einwohnern zu führen, denn die traumhaften Strände und ihre Bewohner dürften wohl die ersten Opfer des weltweiten Klimawandels werden. Bereits jetzt sind viele Strandabschnitte einfach so vom Meer verschluckt worden und einige Expertenschätzungen gehen davon aus, dass die Inseln bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wohl zum größten Teil unter Wasser liegen werden.

Das Ziel der Dokumentation ist es somit, dem abstrakten Begriff ein menschliches Gesicht zu verpassen, um so Empathie wecken und die Menschen vielleicht doch zu einem Umdenken bewegen zu können. Und dieses Ziel könnte tatsächlich erreicht werden. Denn eines steht fest: Wer nach der Sichtung von „One Word“ ungerührt vor seinem Bildschirm zurückbleibt, der sollte dringend mal seinen Puls überprüfen. Doch es sind nicht nur die vielen persönlichen Schicksale, die einem an die Nieren gehen, sondern auch die klaren Worte der interviewten Wissenschaftler, die einen das eigene Verhalten tatsächlich einmal scharf überdenken lassen.

Das alles ist dann noch gepaart mit geradezu malerischen Landschaftsaufnahmen, die einem deutlich vor Augen führen, was die Menschheit alles verlieren wird, sollte nicht bald eine deutliche Kurskorrektur stattfinden, und einem Soundtrack, der so stimmig gewählt ist und so eingesetzt wird, dass es einen noch tiefer in den Film hineinzuziehen scheint.

Fazit:

So ist „One Word“ eine ebenso eindringliche wie nötige Warnung an uns alle, dass global Krisen nur gemeinsam gemeistert werden können, will man die Welt nicht zahlreicher Schätze und Menschen ihrer Heimat berauben. Dabei schafft es der Film, sowohl auf einer wissenschaftlichen als auch auf einer menschlichen Ebene zu funktionieren und das Problem, ebenso wie dessen Dringlichkeit, für einen jeden verständlich darzulegen.

Bewertung:

Bewertung: 8 von 10.

(84 / 100)

„One Word“ ist online zu sehen, weitere Infos zum Film gibt es HIER.