Mit seinem Flieger-Thriller „Flight Risk“ (Kritik) legte Mel Gibson am Regiestuhl zuletzt eine ziemliche Bruchlandung hin, nun versucht er sich in dem Teenie-Horror „Monster Summer“ wieder als Darsteller, in einer Paraderolle als grimmiger Ex-Cop. Ansonsten erinnert der Film stark an 80er-Vorbilder wie „Stand by me“, „Die Goonies“ oder auch neuere Revivals wie „Es“ (Kritik zu Kapitel 1, Kritik zu Kapitel 2), ist aber trotzdem mehr als eine bloße Kopie. Warum, könnt ihr in unserer Kritik zum Filmstart lesen: „Monster Summer“ läuft am 19.6.2025 in Deutschland und Österreich im Kino an.
Kritik von Christian Klosz
Sommerfrische wird zum „Monster Summer“
Es sind die späten 1980er-Jahre: In einem Küstenörtchen auf einer kleinen Insel in Florida freuen sich die 4 Freunde Noah (Mason Thames, „The Black Phone“), Sammy, Eugene und Ben auf den beginnenden Sommer. Noah hat von seinem verstorbenen Vater das Journalisten-Gen geerbt und ist immer auf der Suche nach einer guten Story, der dubiose Nachbar Gene (Mel Gibson), um den sich alle möglichen Geschichten ranken, soll Protagonist seiner neuesten „Horrorstory“ werden, die er der lokalen Zeitung unter Leitung von Edgar Palmer (Kevin James, „Guns Up“) verkaufen will.
Doch als Ben bei einem nächtlichen Plansch mit seinem Date von einem mysteriösen Wesen attackiert wird, braucht Noah seine Fantasie nicht weiter anzustrengen – er wird Protagonist einer echten Schauergeschichte. Mit Ben ist irgendetwas passiert, er starrt ins Leere, niemand scheint „zu Hause zu sein“, mit anderen Kids in der Gegend geschieht das gleiche. Indizien deuten darauf hin, dass eine alte Hexe ihr Unwesen treiben könnte, aber Noahs Ermittlungen werden als Spinnereien und Ausgeburt seiner Fantasie abgetan, niemand will ihm glauben.
Doch die Fälle häufen sich – und schließlich fragt Noah Gene um Hilfe, hinter dessen rauer Schale sich ein talentierter Ex-Cop verbirgt, deine seine eigenen Traumata mit sich trägt – sein Sohn wurde im Kindesalter entführt. Gemeinsam machen sie Jagd auf das „Monster“, das die Gegend in Angst und Schrecken hält. Schließlich muss auch Gene erkennen, dass es nicht für alles logische Erklärungen gibt.

„Monster Summer“ reitet die 80s-Revival-Welle
Die Absicht hinter „Monster Summer“ wird auf den ersten Blick klar: Der Film von Regisseur David Henrie orientiert sich an den Coming of Age-Filmen der 80er wie „Stand by me“, „Die Goonies“ oder „E.T.“, legt den Fokus – anders als ähnliche Produktionen aus den letzten Jahren – aber auf den emotionalen Kern der Geschichte und weniger auf Oberflächlichkeiten wie Synthie-Sounds oder 80s-Ästhetik. Es geht um Werte wie Freundschaft, Familie und den Glauben an die eigene Bestimmung. Das macht den Film sympathisch und eigenständig, nie fühlt er sich wie eine uninspirierte Kopie an.
Zugleich ist die 80s-Retro-Schiene inzwischen natürlich ziemlich ausgefahren, und mit innovativem Gehalt kann „Monster Summer“ nicht glänzen. Wer auf der Suche nach Neuem, Innovativem ist, ist hier definitiv falsch. Wer sich nach Vertrautem, Bekanntem und Bewährtem sehnt, hingegen richtig.
Dass der Teenie-Horror-Film jedenfalls seine Daseinsberechtigung hat, dafür sorgt außerdem die Geschichte, die das Herz am rechten Fleck hat, und die Besetzung: Mason Thames, bereits in „The Black Phone“ Horror-erprobt und zuletzt auch in der Live-Action-Verfilmung von „Drachenzähmen leicht gemacht“ spielt den jugendlichen „Investigativreporter“ sehr überzeugend, in Nebenrollen ins neben Kevin James übrigens auch Lorrain Bracco („GoodFellas“, „Nonnas“) zu sehen.

Mel Gibson als Ex-Cop auf Monster-Jagd
Der größte – und auch kontroverseste – Name unter den „Altstars“ ist natürlich Mel Gibson. Und seine Leistung in „Monster Summer“ beweist, dass er immer noch als (Co-)Lead-Actor taugt, gerade für diese Art von Filmen. Seine grimmige und abgeklärte Figur Gene, abgestumpft durch eigene Traumata der Vergangenheit, ist die ideale Ergänzung zu dem jugendlich-naiven Noah. Die beiden bilden eine „Ermittlerduo“ wider Willen – und so hat der Film sogar einige „Buddy Comedy“-Vibes aufzubieten, Gibsons Figur fällt immer wieder mit witzigen One-Linern auf.
-> Mel Gibson als kampfeswütiger Weihnachtsmann in „Fatman“
Gibson sollte sich, wenn er dem Publikum und sich selbst einen Gefallen tun will, weniger mit der öffentlichen Verbreitung kruder Verschwörungstheorien befassen, als mit dem, was er am besten kann: Grantige, kantige und knorrige alte Typen zu spielen. Sein überzeugender Auftritt in „Monster Summer“ lässt einen dann auch filmische Sünden wie „Flight Risk“ leichter verzeihen.
Fazit
„Monster Summer“ ist ein kleiner, aber feiner Teenie-Horror-Film, der das Zeug zum Sommerhit hat, ohne es darauf anzulegen. Er legt den Fokus auf sympathische Charaktere, gutes Storytelling und ein paar wohldosierte Thrills, vor allem aber hat er das Herz am rechten Fleck. Wer zudem ein Faible für die 1980er hat, wird besondere Freude haben.
„Monster Summer“ – Bewertung
(72/100) -> Weitere Ratings zu Filmen und Serien im Juni 2025
-> Mel Gibson in Thriller „Force of Nature“ | Kritik
„Monster Summer“ – Filmdaten
| Titel | Monster Summer |
| Kinostart (D, Ö) | 19.6.2025 |
| Laufzeit | 97 Minuten |
| Regie | David Henrie |
| Darsteller/-innen | Mel Gibson, Lorraine Bracco, Mason Thames |
| IMDb | 5.7 |
| Rotten Tomatoes | 57 % |
Trailer
Bilder: (c) Splendid Film

Gerade erst mit meiner Tochter „Stand By Me“ und „Tschick“ gesehen. Ich steh auf solche Filme – und den möchte ich mir auf jeden Fall anschauen (wahrscheinlich ohne meine Tochter).
Ist ein nettes, kleines Filmchen 🙂 Auch für Kinder/Jugendliche geeignet. Denke ab 10 Jahren geht das schon. Viel Freude beim Schauen!