Am Ende des Monats lassen wir ab heute immer die vorangegangenen Kinostarts Revue passieren, und küren unseren „Film des Monats“, der sich aufgrund unserer Kritiker-Ratings ergibt.

Im April fällt die Wahl – wenig überraschend – auf „Avengers: Endgame“ (Rating: 90/100), der die Marvel-Saga zu einem würdigen Abschluss brachte, den Fans das gab, was sie wollten, und so mehr oder weniger alle zufrieden stellte. Der Avengers-Hype sorgte und sorgt für volle Kinosäle weltweit, und wird wohl den einen oder anderen Rekord purzeln lassen. Unsere Kritikerin Mara Hollenstein-Tirk meinte dazu:

Alles in allem ist „Avengers: Endgame“ das würdiges Finale einer langen Reise, welches so vieles richtig macht, dass man gerne über die kleineren Schönheitsfehler hinweg schaut. Die Verantwortlichen haben sich dabei alle Mühe gegeben einen emotional befriedigenden Abschluss zu finden, der diesen geliebten Charakteren gerecht wird, und waren in ihrem Streben mehr als erfolgreich.

Die ganze Kritik könnt ihr hier nachlesen.

Knapp dahinter folgt mit einem Rating von 87 der Diagonale-Dokumentarfilm-Gewinner „The Remains“ von Natalie Borgers, seit Anfang April auch regulär in unseren Kinos zu sehen. Unser Kritiker Daniel Krunz stellte dazu fest:

Regisseurin Nathalie Borgers wirft (…) einen intimen Blick hinter die Schreckensschlagzeilen und illustriert die Thematik um das Massengrab Mittelmeer im größeren und kleineren Kontext…„The Remains“ ist in all seiner Einfachheit kein einfacher Film und bezieht das Publikum mitten in den Trauerprozess der Hinterbliebenen hinein. Genau deswegen ist es aber ein gleichsam wichtiges Werk, dass ganz im Sinne der Gattung Dokumentarfilm ein schwerwiegendes Zeitdokument darstellt. 

Die ganze Kritik könnt ihr hier nachlesen.

Auf Platz 3 folgt, etwas überraschend, „Shazam“ mit einem Durchschnittsrating von 78.5, der sich in den letzten Wochen zum Geheimtipp mauserte. David F. Sandberg bewies, dass es auch DC möglich ist, wirklich gute und unterhaltsame Filme in die Kinos zu bringen:

Es besteht noch Hoffnung für das DCEU: Das Projekt scheint seine Kinderkrankheiten überstanden und einen neuen Stil gefunden zu haben, der ein gutes Fundament für künftige Beiträge darstellen könnte. (…) Als Konsequenz bietet „Shazam!“ Qualitäten wie auch Mankos des Genres, erfrischt letztendlich aber mit seiner Unbeschwertheit und besticht als optimistisches, familientaugliches Popcornkino.

Die ganze Kritik hier.

„Shazam“ mauserte sich zum kleinen Überraschungshit.

Wer folgt auf den weiteren Plätzen? Auf Rang 4 kam „Monsieur Claude 2“ mit einem Rating von 75 zu liegen. Philippe de Chauveron schuf eine eindeutig gelungene Fortsetzung, die den Witz des Hits aus dem Jahre 2014 wiederbelebt und sogar noch eine Schippe drauflegt. Unterhaltsame und ungezwungen-befreiende Kinounterhaltung.

Mit einem Rating von 74 folgt knapp dahinter Jia Zhangkes Cannes-Wettbewerbsfilm „Asche ist reines Weiß„, der ein stimmiges filmisches Porträt des modernen China abseits der großen Metropolen bietet, und das alles in eine Mischung aus Liebes- und Gangsterdrama einbettet.

Solide Durchschnittswerte konnten das Horror-Remake „Friedhof der Kuscheltiere“ (69/100) und der neue Julian Schnabel-Film mit dem Oscar-nominierten Willem Dafoe, „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ (64/100), erreichen.

Nicht überzeugen konnten uns „Ein letzter Job“ von James Marsh (52/100), der allzu belanglos und höhepunktarm daher kommt, und die „Hellboy„-Neuauflage (50/100), die an ihrer eigenen Überambition laboriert. Als handfeste Enttäuschungen taten sich die Jelinek-Verfilmung „Die Kinder der Toten“ (49.5/100), die zuviel will, und sich dabei in ihrem eigenen Anspruch und im Willen zur unbedingten Artifizialität verliert, und der Kinderfilm „Die sagenhaften Vier“ (39/100) hervor.

„Die Kinder der Toten“ konnte uns nicht wirklich überzeugen

von Christian Klosz