Jetzt immer zum Wochenbeginn bei Film plus Kritik: Die wichtigsten Film-News, kurz und übersichtlich zusammengefasst. Diese Woche mit Infos zum neuen Cliff Booth-Film von David Fincher nach Drehbuch von Quentin Tarantino, dem Starttermin von „Slow Horses“ Staffel 5, einem Trailer zu „Alien: Earth“. Und: Warum Martin Scorsese keine Lust mehr auf’s Kino hat.

Martin Scorsese: „Ich gehe nicht mehr ins Kino“

Martin Scorsese gilt als einer der größten Regisseure aller Zeiten. Und ist ein ein strikter Verfechter des Autorenfilms, wie auch seine Kritik an den Marvel-Superheldenfilmen vor einigen Jahren zeigte. Er gehörte stets zu einem der bekanntesten Kämpfer für die „Cinema Experience“, der Vorstellung, dass Film am besten und nur in Kinos konsumiert werden sollte.

Die Betonung liegt auf „gehörte“, denn in einem kürzlich bekannt gewordenen Gespräch mit dem Filmkritiker Peter Travers ließ Scorsese wissen, dass er nicht mehr ins Kino gehe und Filme heute ausschließlich in seinen Vorführungsräumen zuhause schaut. Scorsese stört sich an dem Lärm, dem Gequatsche im Saal, dem Herumgetippe auf Handys, den Snacks, was alles für viele andere Kinobesucher die Hauptbeschäftigung im Kino zu sein scheint, berichtet Travers über das Gespräch. Scorsese könne so dem Treiben auf der Leinwand nicht mehr in Ruhe folgen.

Travers wollte das nicht glauben und fragte den Maestro, ob das nicht in der eigenen Jugend ähnlich gewesen sei. Seine Antwort: „Yeah, maybe, but when we talked it was always about the movie and the fun we had chewing over the details.”

Cliff Booth-Reboot: Neuer Tarantino-Film von David Fincher auf Netflix

Während die Filmwelt weiter über den nächsten, letzten Quentin Tarantino-Film rätselt (die 10 Lieblingsfilme von Quentin Tarantino gibt’s hier), nachdem er „The Critic“ abgesagt hatte, verkaufte der Regisseur und Autor eines seiner Drehbücher an Netflix: Das handelt von der Figur Cliff Booth aus Tarantinos „Once Upon a Time… in Hollywood“ – und soll von David Fincher („Sieben“, „The Killer“ – Kritik) inszeniert werden. Der Film trägt den Arbeitstitel „The Continuing Adventures of Cliff Booth“ und wird als Spin-off oder Fortsetzung des Originals beschrieben, wobei Brad Pitt erneut in seiner oscarprämierten Rolle als Stuntman Cliff Booth zu sehen sein wird. 20 Millionen soll Netflix für das Skript hingeblättert haben, insgesamt ist ein Budget von 200 Millionen vorgesehen.

Die Handlung spielt nach ersten Infos etwa acht bis neun Jahre nach dem Originalfilm, im Jahr 1977, und zeigt Cliff Booth in einer neuen Rolle als „Hollywood-Fixer“, der diskret Probleme für Studiobosse löst. Elizabeth Debicki ist für eine Hauptrolle im Gespräch, während Leonardo DiCaprios Rückkehr als Rick Dalton ungewiss ist. Die Produktion soll bereits im Juli 2025 beginnen, ein möglicher Starttermin für den neuen Cliff Booth-Film ist 2026 oder 2027. -> Unsere Kritik zu „Once upon a time…in Hollywood“

Brad pitt berlin 2022
Foto von unserem Treffen mit Brad Pitt in Berlin 2022 / (c) filmpluskritik -> Bericht

„Slow Horses“ Staffel 5: Starttermin bekanntgegeben

Die preisgekrönte Spionageserie „Slow Horses“ wird im September 2025 mit ihrer fünften Staffel auf Apple TV+ zurückkehren. Die erste Folge soll am 24.9.2025 veröffentlicht werden. Die Serie mit Gary Oldman als genial-versandelter Chef einer britischen Outsider-Geheimdienst-Einheit hat sich in den letzten Jahren eine stabile Fanbasis erarbeitet, auch wenn die letzte Staffel 4 erstmals leicht enttäuschte. -> Unsere Kritik zu „Slow Horses“ Staffel 4

„Alien: Earth“: Erster Trailer

Disney+ veröffentlichte am 8. Juni 2025 einen ersten Trailer zur Serie „Alien: Earth“, die den ikonischen Sci-Fi-Horror auf die Erde bringt. Der Trailer zeigt, wie ein außerirdisches Wesen nach einem Absturz Chaos verursacht. Die Serie ist Teil des „Alien“-Franchise und spielt 2 Jahre vor den Ereignissen des Originalfilms „Alien“ aus 1979. „Alien: Earth“ wurde von „Fargo“-Schöpfer Noah Hawley geschaffen und soll am 12. August 2025 bei Disney+ starten.

Wiener Moderatorin Kathi Steininger berichtet von Vergewaltigung durch Sean „Diddy“ Combs

Im Zuge des Prozesses gegen Sean „Diddy“ Combs hat die Wiener Moderatorin Kathi Steiniger schwere Vorwürfe erhoben. In einem Interview mit „Puls 24“ in der Sendung „Treffpunkt Österreich“ schilderte sie einen mutmaßlichen Übergriff, der sich am 28. März 2000 nach einem Konzert von Combs in der Wiener „Libro Music Hall“ ereignet haben soll. Steininger, damals 19 Jahre alt und als Moderatorin für einen Onlinesender tätig, hatte gehofft, ein Interview mit Combs, zu führen. Nach dem Konzert besuchte sie eine After-Show-Party im Club „Olympia P9“.

Laut Steininger bot Combs ihr persönlich ein Getränk an, das sie verdächtigt, K.-o.-Tropfen enthalten zu haben. Sie berichtet von Erinnerungslücken, erinnert sich jedoch, dass Combs sie in einem Tourbus im hinteren Schlafzimmerbereich vergewaltigt habe. „Ich war bei vollem Bewusstsein, aber mein Körper hat es zugelassen“, sagte sie unter Tränen. Der Vorfall führte zu schweren psychischen Folgen, und einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), die sie arbeitsunfähig machte. Steininger schwieg jahrelang aus Scham, begann 2018 eine Therapie und kontaktierte Combs 2018 über Instagram, ohne Antwort zu erhalten.

Im Februar 2025 zeigte sie den Vorfall bei der Wiener Staatsanwaltschaft an, die das Verfahren jedoch aufgrund der Verjährung nach österreichischem Recht (§ 192 StPO) vorerst einstellte. Eine Wiederaufnahme könnte möglich sein, falls Combs in den USA wegen ähnlicher Taten verurteilt wird, da dies die Verjährungsfrist verlängern könnte. (red/ck)

(Stand: 10.6.2025)

Titelbild: 3 Ausgaben des berühmt-berüchtigten Gossip-Magazins „Confidential“ (c) public domain