Jetzt immer zum Wochenbeginn bei Film plus Kritik: Die wichtigsten News aus der Welt der Filme, Serien und Stars, kurz und knackig zusammengefasst.

Nadja „Naddel“ Abd el Farrag ist tot

Nadja „Naddel“ Abd el Farrag starb am 9. Mai 2025 im Alter von nur 60 Jahren in einem Hamburger Krankenhaus. Als Todesursache wurde Organversagen angegeben. El Farrag litt seit längerem an Leberzirrhose, die durch langjährige Alkoholprobleme verschärft wurde. Ihr Weggefährte Andreas Ellermann bestätigte ihren Tod via Instagram. „Naddel“ wurde der Öffentlichkeit als Partnerin von Dieter Bohlen bekannt und machte auch als TV-Moderatorin Karriere, seit Anfang der 00er-Jahre trat sie wiederholt in Reality-Formaten auf. Ihr letzter öffentlicher Auftritt war beim Schlagermove 2024.

Der ESC in der Schweiz startet

Der Eurovision Song Contest (ESC) 2025 findet vom 13. bis 17. Mai in Basel, Schweiz, statt. 37 Länder nehmen heuer teil, Deutschland wird durch Abor & Tynna und ihrem Song „Baller“ vertreten, sie setzten sich bei einem von Stefan Raab ausgerichteten Wettbewerb durch. Österreich wird vom Countertenor JJ, bürgerlich Johannes Pietsch, mit seinem Song „Wasted Love“ vertreten, für die Schweiz geht Zoë Më mit dem Song „Voyage“ an den Start.

Erstmals gibt es ein neues System zur Bekanntgabe der Finalisten, Regenbogenflaggen sind heuer auf der Bühne verboten, um politische Botschaften zu vermeiden. Als Favoriten gelten laut Buchmachern Schweden, Österreich und Israel. In Deutschland kann das Event im TV bei der ARD (Das Erste) verfolgt werden, in der Schweiz auf SRF, in Österreich beim ORF. -> TV-Kritik zum ESC 2021

„The Awakening“: Comeback-Film von Kevin Spacey

Kevin Spacey spielt eine zentrale Rolle in diesem britischen Verschwörungsthriller, der am 12. Mai 2025 für den Verkauf in Cannes angekündigt wurde. Für Spacey ist es nach den überstanden Missbrauchsvorwürfen gegen ihn ein Comebackversuch in Hollywood. Ihm wurde seit 2017 von mehreren Männern sexuelle Übergriffe und Belästigung vorgeworfen, darunter ein Vorfall 1986 mit Anthony Rapp. In mehreren Prozessen, u.a. in New York (2022) und London (2023), wurde er freigesprochen, ein Strafverfahren in Massachusetts (2019) wurde eingestellt. Spacey gestand 2024 teilweise Fehlverhalten, bestreitet aber strafbare Handlungen. Ob und wann „The Awakening“ bei uns zu sehen sein wird ist bisher nicht bekannt.

Hollywoods Produktions – Exodus: London als neues Zentrum

Das hat sich Donald Trump wohl anders vorgestellt: Ein Bericht vom 8. Mai 2025 betitelt London dank großzügiger Steueranreize und moderner Studios als „neues Hollywood“, Filme wie „Barbie“ und „Mickey 17“ wurden dort gedreht, im Serienbereich gilt London schon seit längerem als Top-Location (z.B. „Slow Horses“). Während Los Angeles mit einem 40%igen Produktionsrückgang kämpft, zieht Großbritannien mit Investitionen von 12,7 Milliarden Dollar in fünf Jahren an. Nachdem sich London als neue Location bereits etabliert hat, ist davon auszugehen, dass Trumps kürzlich präsentierte Zollpläne für Filme diesen Trend weiter verschärfen werden. -> Das Ende für Filme wie „Herr der Ringe“: Das sind die Folgen von Trumps Zollplänen

Michael Pitt: Verhaftung wegen sexuellen Missbrauchs

„Boardwalk Empire“-Schauspieler Michael Pitt wurde am 8. Mai 2025 wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs seiner Ex-Freundin verhaftet. Ein Gericht erließ eine Schutzanordnung, die ihm den Kontakt mit ihr verbietet. Die Anklage könnte Pitts Karriere weiter belasten, nachdem er bereits mit psychischen Problemen und Krankenhausaufenthalten Schlagzeilen machte. Details der Ermittlungen sind bisher noch unklar.

Erste Zeugen und schwere Vorwürfe im „Diddy“-Prozess

Im laufenden Prozess gegen Sean „Diddy“ Combs wurden am 13. Mai 2025 schockierende Videos gezeigt, die angeblich sexuellen Kindesmissbrauch dokumentieren. Ein Twitter-Post behauptet, Jennifer Lopez sei auf einem der Videos zu sehen, was für massiven Wirbel sorgte, bestätigt wurde das aber bisher nicht. Lopez war in den 90ern 2 Jahre mit Combs liiert gewesen.

Außerdem sagte ein männlicher Escort gestern ausführlich gegen Combs aus: Er beschrieb, dass er mehrfach engagiert wurde, als Combs mit „Cassie“ Ventura liiert war. Er wurde dafür bezahlt, mit der damaligen Partnerin vom „Diddy“ Sex zu haben, während der Star in der Ecke saß, zuschaute und masturbierte. In diesem Zusammenhang habe er auch mitbekommen, dass Combs gewalttätig gegenüber Ventura wurde.

Combs muss sich aktuell vor Gericht gegen Vorwürfe des Menschenhandels und der Erpressung verantworten, halb Hollywood zittert, da „Diddy“ einflussreiche Verbindungen zu vielen Stars hatte und regelmäßig große Parties veranstaltete, bei denen das Who is Who der Branche auflief. Gestern begann der „Prozess des Jahres“ mit den Eröffnungsplädoyers. Der Angeklagte bestreitet alle Vorwürfe gegen ihn. -> 50 Cent dreht Doku über Diddy

Filmfestival in Cannes startet

Heute starten die Filmfestspiele von Cannes. Die Jury wird von der französischen Schauspielerin Juliette Binoche geleitet, Robert De Niro erhält die Ehrenpalme bei der Eröffnungszeremonie.

Als Eröffnungsfilm des Festivals wurde die französische Tragikomödie „Partir un jour“ von Amélie Bonnin ausgewählt. Weitere namhafte Titel feiern in Cannes Premiere: „Mission: Impossible – The Final Reckoning“ von Christopher McQuarrie, „Amrum“ von Fatih Akin, „Orwell: 2+2=5“ von Raoul Peck und „Bono: Stories of Surrender“ von Andrew Dominik (außer Konkurrenz). Im Wettbewerb laufen unter anderem die neuen Filme von Ari Aster („Eddington“), Kelly Reichardt („The Mastermind“), Wes Anderson („The Phoenician Scheme“) und Richard Linklater („New Vague“). Auch das Regie-Debüt von Scarlett Johansson („Eleanor the Great“) wird zu sehen sein.

Filmfestival daheim: DOK.fest München bietet im Hybridformat spannende Dokumentarfilme

Wer es nicht nach Cannes schafft und wer ohnehin lieber von Zuhause aus schaut, hat seit gestern die Chance, die besten Dokumentarfilme des Jahres im Heimkino zu sichten: Das DOK.fest München bietet auch heuer wieder den Großteil des Programms (siehe hier) auf dem eigenen Streamingservice an, zudem sind die Filme in Münchner Kinos zu sehen.

Unter den Highlights findet sich „Soldaten des Lichts“ über die Gefahren von Verschwörungstheorien, „Mr. Nobody against Putin“ über den Widerstand eines russischen Lehrers gegen Putins autoritäres Regime, „The Last Republican“ über einen republikanischen Politiker aus den USA, der sich gegen Donald Trump stellt und die 3-teilige Doku-Serie „Die Grünen: Aufstieg und Krise einer deutschen Partei“. Film plus Kritik wird in den kommenden Tagen über ausgewählte Filme des Programms berichten. -> Kritik zu „Soldaten des Lichts“

von der Film plus Kritik-Redaktion / Christian Klosz

Titelbild: 3 Ausgaben des berühmt-berüchtigten Gossip-Magazins „Confidential“ (c) public domain