Mit der in Kürze erscheinenden Disney+ Serie „Ironheart“ beschließt Marvel Phase 5 seines MCU (Marvel Cinematic Universe), „Thunderbolts*“ (2025) war der letzte Film dieser Phase, die mit „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“ (2023) begonnen hatte. Zeit für ein vorläufiges Fazit und einen extensiven Rückblick auf die bisherigen Phasen des MCU. Für eine kritische Einordnung. Und einen Ausblick auf die Zukunft: Wohin will Marvel noch? Was will das Publikum? Und lässt sich die Superhelden-Müdigkeit besiegen?

Analyse von Richard Potrykus

Beginnen wir mit dem Ende: Mit geschätzten 180 Millionen US-Dollars Budget und einem mageren Einspielergebnis von 415 Millionen US-Dollar im Kino war “Captain America: Brave New World” aus 2025 kein bemerkenswerter Publikumserfolg. Nun ist er im Angebot von Disney+ zu finden. Der Untertitel des Films verweist auf einen dystopischen Roman und ist gleichsam eine Redewendung, wenn es um technologisch fortschrittliche und vermeintliche freie, wenngleich stark reglementierte politische Systeme geht (Der Ausdruck wird auch von Schwurblern verwendet, um die eigene Misere auf andere abzuwälzen, aber das sei hier nicht diskutiert).

„Brave New World“ MCU

Und in der Tat ist die Welt des MCU technologisch fortschrittlich und spielen die Elemente Vibranium und das neu entdeckte Adamantium wesentliche Rollen. Und ja, „Captain America: Brave New World“ versucht, eine politische Dimension aufzumachen, in der Kontrolle und Freigebigkeit einander gegenübergestellt werden.

Doch da seitens der Produktion auch Verträge mit diversen Unternehmen geschlossen wurden, die sich auf digitale Effekte spezialisiert haben, bleibt hier der Wunsch der Vater des Gedanken und die schöne neue Welt weitgehend unergründet. Stattdessen gibt es im vorletzten MCU-Film der Phase 5 herumwirbelnde Figuren, zerstörte Fahrzeuge aller Art und unzählige animierte Landschaften.

In den Bewertungen rangiert “Captain America: Brave New World” im eher unteren Mittelfeld und spricht so Bände über das, was seit “Avengers: Endgame” aus dem Jahr 2019 (Kritik) abgeliefert wurde. Beinahe zeitgleich präsentiert Marvel mit “Thunderbolts*” (Kritik) die Einführung eines neuen Teams von Superhelden, bestehend aus Figuren, die alle schon bekannt und bereits mehr oder weniger prominent in Szene gesetzt worden waren. Auch hier kommt so mancher Fan von Spezialeffekten auf seine oder ihre Kosten, doch im Gegensatz zu “Captain America: Brave New World” wird auch einiges Handgemachtes präsentiert, angefangen bei Sprüngen von Hochhäusern bis zu Explosionen in ebensolchen Gebäuden. Natürlich werden auch wieder Fahrzeuge zerstört, nur sind die Sprengsätze dieses Mal echt und nicht im Computer entstanden. Auch hierfür wurden geschätzte 180 Millionen US-Dollars aufgewendet, doch der Ertrag stagniert derweil bei knappen 372 Millionen US-Dollar.

Thunderbolts 2025 Marvel
Die „Thunderbolts*“ mischten 2025 das MCU auf / (c)  2024 Disney

Was können diese beiden Filme über das MCU aussagen und wo liegen die Stärken und Schwächen dieses gigantischen filmischen Kosmos’?

Die Stärken und Schwächen des MCU

Seit “Avengers: Endgame” und dem Beginn der Phase Vier des MCU rumort es in der Fanbase. Die Filme kommen nicht mehr so gut beim Publikum an. Der Begriff der Marvel-Fatigue, also der Marvel-Müdigkeit macht die Runde. Zwar gibt es Ausnahmen, wie etwa die Trilogie der “Guardians of the Galaxy” (Kritik zu Vol. 3), die durch die Bank erfolgreich war, doch wird immer mehr Kritik laut – und diese Kritik hat durchaus ihre Berechtigung.

Beispielsweise kann den neueren MCU-Filmen zunehmend eine gewisse Belanglosigkeit unterstellt werden. Das Gesetz der Serie verlangt die Möglichkeit der (immerwährenden) Fortsetzbarkeit. Die Figuren müssen die jeweiligen Konflikte irgendwie meistern. Zu Schaden kommen die Bösewichte und allenfalls kleinere Nebencharaktere. So etwas wie der Tod Iron-Mans bildet zu Recht die Ausnahme und ist das Ableben nicht der Konflikt, an dem alles gemessen werden sollte. Wichtig ist, dass die Figuren ein Ziel vor Augen haben, an dem sie wachsen können und wobei das Publikum mitfühlen kann.

MCU Phase 1 bis 3: Zurecht glorifiziert?

Die Filme der Phasen Eins bis Drei sind, obwohl glorifiziert, nicht über jeden Zweifel erhaben und haben neben zahlreichen Stärken auch so manche Schwäche, die sie nicht verstecken können. Sie haben allerdings auch einen roten Faden, sowohl in den Erzählungen als auch in der ästhetischen Umsetzung.

Zahlreiche Figuren werden eingeführt und mit ihnen narrative Agenden. Da ist Iron-Man zu nennen, der als strahlender Held bombastische Action und selbstironischen Witz offenbart. Dann gibt es Captain America, einen für Marvel allgemein bedeutenden Helden. Er kämpfte sowohl in den Comics der 1940er Jahre als auch in seinem ersten Film (2011) gegen die Nazis und brachte eine politische Komponente in das MCU.

Weitere Figuren sind Hulk und Thor. Nicht alles an ihnen kann restlos überzeugen – und dennoch haben können sie ihre eigene Stilistik aufweisen. 2012 gibt es mit “Marvel’s The Avengers” das erste der großen Crossovers, das diese und weitere Figuren zu einem großen Action-Spektakel verbindet. Mit den Jahren werden diese Events immer größer und so entsteht das Großereignis der Infinity-Saga. Jeder MCU-Film bildet dabei eine wichtige Etappe und die berühmten Post-Credit-Scenes geben stets einen Vorgeschmack auf das Kommende. Jede noch so kleine Rolle wird hochkarätig besetzt und dem Publikum ist klar, dass ein neuer Marvel-Film immer auch einen Gang ins Kino rechtfertigt. Schließlich umfasst die Infinity-Saga sage und schreibe 22 Filme und erhält mit “Avengers: Infinity War” (2018) und “Avengers: Endgame” ein verdientes fulminantes Ende.

Avengers: Endgame
„Avengers: Endgame“ gilt bis heute als Meilenstein / (c) Marvel

Das Gesetz der Serie

Doch schon während sich die Phase 3 ihrem Finale nähert, arbeitet Marvel an einem Fortbestand des MCU (das Gesetz der Serie). Immer mehr Figuren erhalten ihre eigenen Filme und nicht alle scheinen von der gleichen Philosophie und dem gleichen Qualitätsanspruch getrieben. Der Humor übernimmt einen wesentlichen Part in der Gestaltung. Aus der feinen Selbstironie eines Tony Stark werden Lacher zum Selbstzweck.

Ant-Man (Kritik zu „Ant-Man and the Wasp„), gespielt von einem sympathischen Paul Rudd, ist die Ulknudel in Person und Tom Hollands Spider-Man (Kritik zu „Spider-Man: No Way Home“) ist überdreht, geprägt von Slapstick und abgeklärten oder kumpelhaft dümmlichen Nebenfiguren an seiner Seite. Die “Thor”-Reihe spaltet schließlich die Geister komplett, als Taika Waititi („Jojo Rabbit“) die Regie übernimmt und ihr seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt.

Auch versucht man beinahe krampfhaft, eine neue MCU-Saga zu etablieren. Auf Infinity folgt Multiverse und bringt eigentlich unendliche Möglichkeiten mit sich. Kang der Eroberer wird eingeführt und wieder fallengelassen, als der Schauspieler hinter der Figur, Jonathan Mayors, der häuslichen Gewalt schuldig gesprochen wird. Sicherlich hätte Marvel die Figur neu besetzen können (in “Captain America: Brave New World” wird Ross nun von Harrison Ford gespielt – zuvor war die Rolle vom verstorbenen William Hurt verkörpert worden), doch man entschied sich dagegen, wohl auch, weil die Publikumsresonanz auf Kang verhalten ausfiel und auch die Idee des Multiversums eher Verwirrung als Begeisterung auslöste.

Dabei können Multiversen-Narrative durchaus überzeugen und finden sich seit Jahrzehnten zahlreich in der Film- und Serienlandschaft, der Popkultur und nicht zuletzt der Astrophysik. Was ist also schiefgelaufen im Hause Marvel?

Wokeness als Sargnagel für das MCU?

Irgendeine krude Wokeness, die angeblich abschreckend wirkt, kann als einzige Erklärung eher ausgeschlossen werden. Superheld*innen sind schon immer „woke“ im Sinne von progressiv gewesen. Sie setzen sich für die Schwachen ein und wirken inklusiv. Sie stellen sich totalitären Strukturen in den Weg und stehen ein für Freiheit und Vielfalt. Wer damit ein Problem hat, sollte allgemein einen großen Bogen um das Genre machen.

Stattdessen wird es wohl die schiere Menge sein, die das Problem birgt. Aus den eingangs ersehnten Spektakeln wurde eine zu Content verkommene Massenware. Im Jahr 2008, als das MCU seinen Anfang nahm, wurden gerade einmal zwei Filme veröffentlicht, gefolgt von einem Film im Jahr 2010 und zwei weiteren Filmen 2011. Mit “Marvel’s The Avengers” kam im April 2012 der letzte und gleichsam große Teil dieser Phase in die Kinos. Es ist zudem der einzige Marvel-Film in diesem Jahr.

Quantität über Qualität: Eine zu Content verkommene Massenware

Für die Phase 1 des MCU entstehen also sechs Filme in fünf Jahren. Die Phase 2, auch hier sind es sechs Produktionen, entsteht schon in kürzerer Zeit zwischen 2013 und 2015, mit jeweils zwei Filmen pro Jahr. Fast die doppelte Anzahl an Filmen, es sind elf Stück, finden sich in der Phase 3 (2016-2019). Diese Zeit vor der Corona-Pandemie war allgemein von Schnelligkeit und Wachstum getrieben und das MCU war hier mittendrin. Doctor Strange, Captain Marvel und der Black Panther erhalten ihre Solo-Auftritte. Dazu die ersten Auftritte von Tom Hollands Peter Parker inklusive zweier eigenständiger Filme – und natürlich die Großereignisse “Civil War”, “Infinity War” und “Endgame”.

Das sind 23 Filme in nur elf Jahren – eine amtliche Zahl und ein noch amtlicheres System, denn in Teilen bauen die Filme aufeinander auf, vor allem aber sind sie durch die Post-Credit-Scenes elementare Bestandteile des Marketings. Wer wissen will, wie es weitergeht, wer mitsprechen möchte, muss sich die Filme anschauen und bis zum Schluss im Kinosaal (oder vor dem Heimkino-Bildschirm zu Hause) sitzen bleiben. Damit bedeutet das MCU nicht nur Seherlebnisse, sondern Arbeit, denn die Filme sind in entsprechend Pflichttermine.

MCU-Fan sein ist harte Arbeit

2020 steht die Welt annähernd still, doch schon 2021 geht es weiter. Die sieben Filme der vierten Phase erscheinen innerhalb von nur zwei Jahren und werden begleitet vom Streamingangebot auf Disney+. Dort sind es noch einmal neun serielle Formate. Wer da mithalten möchte, braucht einen langen Atem, viel Zeit und eine nicht unerhebliche Menge Geld (besser, man abonniert den Kanal und klickt auf die Glocke, um auch ja nichts zu verpassen).

Und wenn dann das erste, das man nach “Avengers: Endgame” sieht, “Black Widow” (2021) ist, ein Film, der in der Vergangenheit spielt, von dem wir also definitiv wissen, wie er ausgehen wird, und dessen CGI-Leistungen auf einem Niveau liegen, mit dem Videospiele schlankerhand konkurrieren können, wird das Vorhaben zur Zerreißprobe. Wenn zudem in “Eternals” (2021) in mehr als zweieinhalb langatmigen Stunden eine Figurenkonstellation und eine damit einhergehende Macht eingeführt wird, die so gar nicht ins bisherige Gefüge passen will und die in der Folge gar keine Rolle mehr spielen wird (mit Ausnahme einer nebensächlichen Bemerkung in “Captain America: Brave New World”), schwindet zwangsläufig das Vertrauen in die Marke Marvel.

Black Widow Film 2021
„Black Widow“ rettete 2021 die Welt / ©Disney

Die 4. Phase des MCU hatte die Chance, eine eigene Identität aufzubauen. Ohne einen narrativen Überbau und den ganz großen Schurken mit dem Handschuh am Horizont hätte sich diese Phase auf das besinnen können, was Comics seit Beginn ausmachen. Held*innen, die in schwierige Situationen geraten, an diesen wachsen und gleichsam einen abstrakten Konflikt bewältigen. Doch Marvel ist nicht mutig und liefert stattdessen halbgare Produkte ab.

MCU Phase 4: Marvel verliert den Mut

“Shang Shi and the Legend of the Ten Rings” (2021) erzählt von einem familiären Konflikt zwischen einem Vater und seinen beiden Kindern, sowie den Kindern untereinander. Und alles ist in bester cineastischer Ordnung (außer dem CGI-Bus während der einen Kampfszene – diese Animation ist die reinste Qual). Es geht um chinesische Traditionen, es gibt ein visuelles Erlebnis, das an “Crouching Tiger, Hidden Dragon” (2000) erinnert, und all das wird jäh zerstört, als auf einmal ein riesiger Drache erscheint. Die komplette Dramaturgie wird von einer Sekunde auf die nächste ad acta gelegt und das Finale des Films eingeläutet.

In “Doctor Strange in the Multiverse of Madness” (2022) geht es um einen Zauberer, der die Realität manipulieren kann, und Regisseur Sam Raimi tut sein Bestes, um dem Publikum die Orientierung zu nehmen. In welchem Universum befinden sich die Figuren gerade und welche Auswirkungen hat dies? In diesen Fragen steckt das Potential des Films. “Multiverse of Madness” macht einen intelligenten Kniff, indem er das Monster an den Anfang setzt. Der ansonsten finale Kampf wird gleich zu Beginn abgefrühstückt, der Film entledigt sich quasi seiner Last, doch das Drehbuch ist auch hier nicht mutig genug. Statt wirklich von einem Universum ins nächste zu springen und wieder ins nächste und noch einmal ins nächste und so weiter, ist “Multiverse of Madness” von einem durchschnittlichen James Bond-Film, der in zwei Städten, einem Casino und auf drei tropischen Inseln spielt, kaum zu unterscheiden. Und die Pseudokomplexität, nach der man den Film nur verstehen kann, wenn man alle Folgen von “WandaVision” aus 2021 (Kritik) gesehen hat, geht auch nicht auf. Es hätte mehr Mut gebraucht, um der Phase 4 zu einem nachhaltigen Erfolg zu verhelfen.

„Black Panther: Wakanda Forever“ als Positivbeispiel

Umso mehr gilt es, “Black Panther: Wakanda Forever” (2023) zu schätzen. Dieser Film, definitiv auch viel zu lang, ist mutig und hat seine eigene Identität. Sicher, er ist nicht perfekt und es gibt gute Gründe, den Film zu kritisieren. Beispielsweise wäre da die afrikanische Repräsentation zu nennen, die eine Art Panafrika vermittelt. Das greift viel zu kurz und so geben sich Klischees die Ehre. Doch es gibt eben auch Kultur. Shang-Shi sollte der erste asiatische Held im MCU werden und ein gutes Stück weit konnte der Film diesem Anspruch gerecht werden.

Der Black Panther könnte der Held für die schwarze Community sein und “Wakanda Forever” der Film, der das Publikum mit dem MCU wieder versöhnt. Der Film setzt nach dem Tod Chadwick Bosemans an. Boseman hatte zuvor T’Challa, den Black Panther, gespielt. Der Film greift das auf und lässt das Publikum an der Bestattung teilhaben. Das Publikum wird so zum Bestandteil des Films.

“Black Panther: Wakanda Forever” hat eine komplexe Erzählung, in der Trauer thematisiert wird, aber auch die Möglichkeit, gestärkt aus dieser Trauer wieder hervorzugehen. Der Film ist visuell beeindruckend und narrativ vielschichtig. Leider hat das Publikum das nicht verstanden oder akzeptiert und das Projekt in den Bewertungen entsprechend abgewatscht.

-> Black Panther: Wakanda Forever | Filmanalyse & Kritik

BLACK PANTHER: WAKANDA FOREVER
„Black Panther: Wakanda Forever“ versuchte es mit Innovation / © 2022 MARVEL

Vielleicht tut man Marvel also Unrecht, wenn man behauptet, es fehle an Innovation und Ideenreichtum. Die Ideen sind da, doch werden sie umgesetzt, wendet sich das Publikum von ihnen ab. Zu bedenken ist dabei immer: Marvel ist keine reine Kunstschmiede. Es ist in erste Linie ein wirtschaftliches Unternehmen und muss profitabel sein. Experimente sind da zwangsläufig die Seltenheit und so bleiben viele Filme austauschbar. “Thor: Love and Thunder” ist ein surreales Meisterwerk, doch für ein MCU viel zu extrem. Besser, man hält es mit “Deadpool & Wolverine”.

MCU Phase 5: Gelang die Wende?

Die fünfte und bislang letzte Phase des MCU ist wieder kleiner gehalten. Zwar gibt es im Streaming satte neun Produktionen, doch ins Kino kamen wieder nur sechs Filme. Zwischen 2023 und 2025 sollte die Maschinerie eigentlich wieder an Fahrt aufnehmen, doch die Katastrophen in und um “Ant-Man and the Wasp: Quantumania” (2023), den ersten Film der Phase, schlugen gleich eine tiefe Kerbe in die Planung. Da war der dritte und letzte Teil der “Guardians of the Galaxy” (2023) ein Glücksgriff, doch Regisseur James Gunn hatte hier ohnehin sein eigenes Süppchen gekocht und astrein serviert. Über “The Marvels” (2023) sei an dieser Stelle kein Wort verloren und auch den bereits angesprochenen “Deadpool & Wolverine” (2024) kann man nicht ernst nehmen.

Bleiben also die direkten Konkurrenten “Captain America: Brave New World” und “Thunderbolts*“ – und die Hoffnung, dass mit “The Fantastic Four: First Steps” endlich die Wende gelingt. “Thunderbolts*“ entzieht sich der traditionellen Finalklopperei und löst den Konflikt auf eine subtilere und zu den Figuren passende Art und Weise. Dazu eine gute Mischung aus CGI und practical effects. “Brave New World” dagegen ist leider hohl. Die bereits erwähnte politische Dimension mündet ins Leere zu Gunsten einer Figur, die niemand mehr auf dem Schirm hatte und einer Konsequenz, die deplatziert wirkt.

“The Fantastic Four: First Steps” (Trailer unten), der ab 25. Juli 2025 im Kino startet und die Phase 6 des MCU einläutet, wird der 37. Film in einer langen Reihe von Events sein, die zwischen episch und absolut vergessenswürdig einiges zu bieten haben. Doch, was muss genau geschehen, um das MCU wieder zu alter Größe zu bekommen?

Selbstverzwergung: So findet das MCU wieder zu alter Stärke

Zunächst einmal muss viel Arbeit in die visuelle Umsetzung investiert werden. Die campy Villa Kunterbunt der ant-man’schen Quantenebene passt genauso wenig wie das, was in “Brave New World” abgeliefert wurde. Stattdessen braucht es solides Handwerk und bombastische Bilder, die idealerweise zu großen Leinwänden oder Bildschirmen passen. Es bedarf einer guten Mischung aus hochwertigem CGI und praktischen Effekten, untermalt von einem großartigen Score. Die Held*innen müssen sympathisch sein und eine klare Charakterzeichnung besitzen. Humorvoll, aber keine Witzgewitter, selbstironisch, aber nicht abgeklärt.

Vor allem aber muss die Handlung klar erkennbar sein. Es bedarf einer Unterkomplexität in der Erzählung und eines charismatischen Bösewichts, der am Horizont auf die Helden wartet und dann besiegt wird. Kurzum, so die gewagte These: Das MCU muss weit hinter den Möglichkeiten bleiben und dafür den roten Faden wiederfinden, den es in den Phasen 1 bis 3 hatte.

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